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                                    A dream comes true !!!  

 

                                                         Mit den Motorbikes durch 5 Staaten der USA          

 

                                     

                                      

 

 

            Protokollmässige Schilderung der Reise von Bernd Kyritz,

                           der leider kurz nach der Reise verstarb.

 

              




 

Am 05.09.2003 machten sich 11 Motorrad-begeisterte Fahrer aus Nordhessen - sprich aus Züschen und Umgebung - auf den Weg in die USA, um dort mit 8 Harleys durch fünf Staaten Amerikas zu fahren.
Idee und Reiseplanung ging von unserem erfahrenen ROCKY-Reiseleiter Günther Neuschäfer-Rube aus, der uns allen ein riesiges Programm bot, wofür wir uns für die bleibenden Erinnerungen bedanken dürfen.


1. TAG

Ausgangspunkt der Reise ist Züschen. Von hier geht die Fahrt los zum Bahnhof Wabern, um mit dem Zug via Hauptbahnhof Frankfurt/M weiter zum Flughafen Frankfurt zu fahren. Die Abfertigung geht ohne Probleme vonstatten, so dass wir das Flugzeug - eine Boeing 747 der United Airlines - um 8:30 Uhr besteigen können. Planmäßiger Abflug soll 9:00 Uhr sein.

Der Abflug jedoch erfolgt erst gegen 11:30 Uhr, da die Maschine Triebwerkschaden hat, und wir zuschauen müssen, wie repariert wird. Kein gutes Gefühl für alle Passagiere. Die verlorene Zeit soll während des Fluges über England, Grönland mit seinen schneebedeckten Bergen über die Nordroute in Richtung Chicago wieder aufgeholt werden, was durch eine Warteschleife über dem Flughafen zunichte gemacht wird.

Die Einreise gestaltet sich als sehr umständlich, da die Sicherheitsbehörden genaue Einreisekontrollen durchführen, was wir auch später noch auf Tour erleben können. Den Anschlussflug nach Las Vegas erreichen wir noch und sind dann gegen 18:00 Uhr US Zeit in LA. Das aufgegebene Gepäck ist jedoch nicht vollständig da, wird aber im Laufe der Nacht ins Motel gebracht.

Die uns empfangende Temperatur von ca. 40° Grad macht uns beim Abendbrot keine Sorge, denn wir sind im „Best Western“ Motel Mardi Gras bestens bei gekühlten Räumlichkeiten untergebracht. Ein Schwimmbad und ein Whirlpool sind im Innenhof des Motelkomplexes eine willkommene Abkühlung.


2. TAG

Das Aufstehen um 6:00 Uhr, mit Aussicht auf das Frühstück mit Kaffe, Orange, Banane, Apfel und Blätterteig fällt allen leicht, da Günther, Herbert, Kameramann Franz (frajoka-video.de) und ich schon auf dem Weg sind, um den vorbestellten Ford VAN bei der Fa. Hertz in Empfang zu nehmen, der als Gepäckwagen genutzt wird.

Schon die Rückfahrt zum Motel über den Strip von LA übermittelt einen ersten bleibenden Eindruck von der Genialität der Stadt in der Wüste. Zurück, warten schon die 8 Biker, um zur Firma Harley Davidson zu fahren, um die Kräder in Empfang zu nehmen.

 

 

Bei wiederum 40° Grad kommen Sie um 13:00 Uhr zurück und wir beladen den VAN und merken schnell, dass wir wenig Platz für das Gepäck haben. Trotzdem haben wir alles verstaut und die Fahrt geht los in Richtung „Hoover Damm“.

Kurz vor dem Hoover Damm wird unsere Gruppe geteilt, weil der Kameramann Franz erste Bilder filmen will, mit der Folge, dass wir kurz vor dem Damm durch eine Polizeikontrolle mit dem VAN gestoppt werden, aus Gründen, die mit dem 11. September zusammen hängen.

Allerdings sind die Biker schon weit voraus, so dass wir mit Hilfe eines Polizeiautos Herbert hinter den Fahrern herschicken. Nachdem sie gefunden sind, muss jeder sein Gepäck bei der hohen Temperatur auf einem Sonderparkplatz zur Kontrolle des Reisegepäcks öffnen.

 

Danach dürfen wir die Fahrt fortsetzen, um uns den „Hoover Damm“ anzuschauen. Die Besichtigung vermittelt die Eindrücke, die wir auf unserer weiteren Reise erwarten dürfen.

 

 

 

 

Der Weg führt uns weiter zum ersten Trip durch die Wüste von Nevada in Richtung Kingman, wo wir zuerst das falsche „6 Motel“ ansteuern, aber nach kurzer Weiterfahrt im richtigen landen.

 

 

 

 

 

 Das Abendbrot wird in einem der größten Truckstopps eingenommen, wo wir sehr preisgünstig an einer großen zusammen geschobenen Tafel essen. Für 8,75 Dollar kann jeder so viel essen, wie er verträgt. Die Bedienung vermittelt uns noch eine Kollegin, die perfekt deutsch spricht und aus Deutschland stammt.

Anschließend machen wir noch einen kleinen Rundgang auf dem Parkplatz, um uns die riesigen Trucks anzusehen. Um 23:00 Uhr ist bei 35° Grad Wärme Nachtruhe angesagt, was einige nutzen, um bei einem Bierchen Spaß zu haben.


3. TAG

Wieder heißt es um 6:00 Uhr aufstehen und ein tolles Frühstück bei den Truckern genießen.

Anschließend dürfen Lothar Bölling und ich durch Vermittlung von Günther einen neuen Tanklastzug besichtigen und werden von Franz in unserer Begeisterung gefilmt.

Es werden Getränke gekauft und in unserer Kühlbox, die für wenige Dollar im Store erstanden wurde, verstaut und mit Eis gefüllt, welches es an jedem Store, Tankstelle und Restaurant zu kaufen gibt.

Abfahrt 9:00 Uhr. Auf der alten „ROUTE 66“ geht es in Richtung Williams, vorbei an einer alten „66 Tankstelle“, wo wahre Schätze aus der Zeit um 1910 zu bestaunen sind. Alte LKW’s, Autos aus dieser Zeit, es ist eine richtige Schatzkammer, welche von einem alten Ehepaar erhalten wird, das so richtig in dieses Ambiente passt.



In Williams angekommen, werden die Zimmer bezogen und nach einem kurzen Abendbrot geht es gleich weiter in den „Grand Canyon Nationalpark“. Toni, Steffen und Rüdiger, die eisenharten Biker fahren nach der Tagestour noch mal mit dem Motorrad, da nicht alle 11 im VAN Platz haben.
Um ca. 18:00 Uhr treffen wir im Nationalpark ein, zahlen für den VAN 20,00 $ und für die Motorräder je 10,00 $ und erleben einen unvorstellbaren Eindruck, als wir an den Canyon- Rand kommen, und ca. 1.800 m in die Tiefe blicken.

Mit dem Shuttle-Bus geht es dann weiter zu einem Aussichtspunkt, um dort um 18:47 Uhr den angekündigten Sonnenuntergang im Grand Canyon zu sehen. Gold und rotbraun wird der gesamte Canyon von Westen her ausgeleuchtet, ehe die Sonne über dem Canyonrand verschwindet.

Schnell wird es dunkel und die vielen Zuschauer sind über den zauberhaften Sonnenuntergang fasziniert. Auf der Rückfahrt müssen unsere Biker auf den regen Wildwechsel aufpassen. Alles geht gut und nach einem kühlen Bier in der Runde ist Bettruhe angesagt.


4. TAG

Der Start im Motel ist auf 8:00 Uhr festgesetzt und geht nach schlechtem Frühstück (man kann ja nicht immer Glück haben) in Richtung Flagstaff. Nach ca. 35 Meilen kommen wir hier an und wollen eine Harleywerkstatt wegen des Lenkers an Wolfgangs Maschine aufsuchen.

Aber leider vergebens, da am Montag die Werkstatt geschlossen hat. Günther hat zuvor das Motorrad mit dem lockeren Lenker übernommen und fährt jetzt das Krad. Toni hat die Zeit inzwischen genutzt und drei Wurstringe und ein Weißbrot gekauft, was später bei einer Rast aus der Hand verspeist wird.

Zwischenzeitlich haben Lothar und Steffen ihre lieben Frauen per Telefon erreicht und dabei an unsere daheim gebliebenen Frauen Grüße aus Arizona bestellt.

                                                                                                                                                                                                        

 

 

Weiter geht die Fahrt über eine 7 % Gefällstrecke aus 2000 m Höhe auf Sedona zu, welches auf 1000m liegt. Nach diesem Höhenunterschied haben wir jetzt wieder voll mit der Hitze zu tun. Die vielen Haarnadelkurven sind natürlich ein Genuss für alle Biker, bis auf Wolfgang, der hier seine Grenze sieht und vorsichtiger das Gefälle angeht.

 

 

     

 

 

Der Höhepunkt jedoch soll für die Biker erst kommen, denn nach wenigen Kilometer geht es durch Ranchergebiet auf einer unbefestigten Buckelpiste 10 Meilen dem Monsunregen in Richtung Clarkdale Cottonwood und Prescott entgegen.
Keiner wusste von uns, dass der Monsun hier täglich in der Zeit von 7:00 – 15:00 Uhr sein Unwesen treibt.

 

 

  

 

 

Die Entschädigung kommt jedoch am Abend durch die Einladung von Wolfgang, der seinen 66. Geburtstag auf der „Route 66“ feiern kann, und uns in einem „Mexican“ Restaurante mit einem Menü auf seine Kosten überrascht. Zu einer netten Begegnung kommt es an diesem Abend auch noch, denn am Nebentisch feiert eine Familie mit viel Marguerita Schnaps.

Die blaue Farbe des Getränks erregt unsere Aufmerksamkeit und die Zusammensetzung wird uns erklärt. Kurz darauf erscheint ein Mitglied der Familie mit einem großen Krug voll Marguerita, stellt es auf unseren Tisch und wünscht uns ein kräftiges Prost. Als Dankeschön holt Toni für den Spender und für die beiden Jungs eine Erinnerungsplakette und ein paar Aufkleber, die dankend angenommen wurden. Der Abschluss des Abends erfolgt mit dem schlafen gehen um 23:00 Uhr.



 

 

 

 

5. TAG

Der Aufbruch am nächsten Tag erfolgt um 7:00 Uhr mit der Durchfahrt in Phönix und dem Ziel in Globe. Über eine herrliche Serpentinenstrecke bis hinauf auf 2340 m Höhe und Temperaturen um die 12° - 15° Grad geht es wiederum im Regen die Abfahrt nach Wickenburg hinab. Und wieder der Temperaturschock von 15° auf 35° Grad innerhalb von wenigen Meilen. Die Biker sind nicht zu beneiden.
Der erste Einkaufsbummel für Andenken endet mit dem Kauf von Longhörnern und anderem.

 

 

Danach Besichtigung des Gefangenenbaums und dem Denkmal des Cowboys mit seinem Pferd, der sich mit einem Kniefall für den lang ausgebliebenen Regen bedankt,geht es weiter nach Sun City.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier in Sun City stoßen wir auf eine Harley Werkstatt, wo wir endlich kleinere Reparaturen durchführen lassen. Der Werkstattmeister Jeff Nagel empfängt uns wie alte Bekannte. Er freut sich, einer deutschen Harleygruppe helfen zu können und versorgt uns gleich mit dem entsprechenden Monteur. Ein toller Service, alle sind voll des Lobes.

Weiterfahrt durch den Tonto National Park, dem Etappenziel Globe nach 390 Kilometern entgegen. Das „6 Motel“ bietet uns bisher die besten Zimmer ,und alle springen sofort in den Pool.

Abendbrot bei Mc Donalds und bei Pizza, anschließend gleich wieder ins Bad und dabei Gin-Tonic und ein Bierchen getrunken. Anzumerken ist noch, dass wir ständig durch Indianerreservate fahren.
 

 6. TAG

Im Indianergebiet der Navajos, nach tanken und einkaufen von Wasser und Lebensmitteln wird um 7:00 Uhr morgens wieder gestartet, dem „Salt River Canyon“ im Apachenland entgegen. 

 

 In der Höhe der Berge auf einem Rastplatz mit einem herrlichen Talblick wurde erst mal gefrühstückt, um dann das Motorrad von Günther hinten auf dem Gepäckträger mit einer Kamera für Aufnahmen während der Abfahrt ins „Tal des salzigen Flusses“ auszustatten.

Eine zweite Kamera wird am Rand des Rastplatzes installiert, um die Fahrer in der kurvenreichen Strecke zu filmen. Ein herrliches Panorama was sich uns bietet, und das alles wieder auf einer Höhenlage von 2000 Meter.

 

 

 

Die Tour geht über Snowflake weiter durch Farm- und Weideland in Richtung Holbrook, wo wir wenig später in den „Petrified Forrest Nationalpark“ und den Versteinerten Wald, den „Crystal Forrest“ stoßen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach der Besichtigung der gewaltigen Steinbäume geht es dem Ort Gallup, unserem heutigen Etappenziel entgegen.

Die Motels erweisen sich hier alle als sehr teuer. Wir finden jedoch ein von Indianern betreutes Motel, was zuerst einen guten Eindruck macht, aber schließlich das Letzte ist, im wahrsten Sinne des Wortes.

Das Abendbrot hat allerdings alles wieder gut gemacht, denn T- Bone-Steaks sind der Renner, dazu eine Bierrunde, die auf Günthers Kosten geht. Nach erster langer Nacht im Staat New Mexico geht es in den siebten Tag.
 



 

7. TAG

Durch die Zeitverschiebung von 10 Stunden zu Deutschland stehen einige von uns an Stelle um 6:00 Uhr schon um 5:00 Uhr auf und machen natürlich die anderen verrückt, weil diese den Wecker umgestellt haben und noch weiterschlafen wollen.

Ein kleiner Imbiss, der aussieht wie eine Bushaltestelle, entpuppt sich als Frühstückshalle wo man mit dem Auto in Boxen fahren kann und über Funk seine Bestellung aufgibt und bedient wird. Toni hat den Imbiss bei einem Rundgang entdeckt.


Die Fahrt geht dann auf der Historic „Route 66“ auf dem Highway und der Interstate Autobahn weiter nach Albuque 


 

 

 

 

Zuvor besucht die ganze Truppe noch einen Indianer-Store, um weitere Andenken für die Lieben zu Haus zu kaufen.
 

 

 

 

 

 

 

Was allen wieder sehr zu schaffen macht, sind die hohen Temperaturen um die 40° Grad, die dazu führen, dass der Sonnenbrand für einige zur Qual wird. Günthers und Armins Nasen sind am übelsten dran, beide sehen wie die Rothäute aus.

Das Mittagessen wird in einem KFC Chicken Restaurante eingenommen, und selbst hier in der Provinz fallen wir durch unsere Gruppe auf und werden wie so oft auf deutsch angesprochen. Meistens von älteren Leuten, deren Vorfahren nach Amerika auswanderten.

Santa Fe ist dann nach ca. 35 Meilen erreicht und die Unterkunft in einem „Super 8 Motel“ entschädigt uns alle für die Indianerbehausung. Alle sind zufrieden mit den Zimmern und das Abendbrot gleich nebenan schmeckt auch wieder. Alles ist okay.


8. TAG

Den ersten verdienten Ruhetag legen wir hier in Santa Fe ein und schlafen uns erst mal nach den anstrengenden Tagen richtig aus. Für Mittag ist dann eine Stadtbesichtigung angesagt.

Wir fahren mit dem Linienbus direkt vom Motel in die Altstadt von Santa Fe. Wir steigen am alten berühmten Bahnhof von Santa Fe aus und gehen in einzelnen Gruppen, um uns die Sehenswürdigkeiten der berüchtigten Stadt anzuschauen.

  

 

 Wir treffen uns dann gegen 18:00 Uhr wieder am Bahnhof, um ins Motel zu fahren.

Toni und ich haben das Glück, dass wir den alten Santa Fe-Express bei der Einfahrt in den Bahnhof beobachten können, der mitten durch die Stadt unter lautem Gepfeife fährt und seine Fahrgäste aus den alten Eisenbahnwagen aussteigen lässt. Der Lokführer und sein Assistent bereiten danach den Zug wieder auf die Rückfahrt vor, mit Ölkanne und anderen Utensilien, die zur damaligen Zeit notwendig waren. Selbst kleinere Reparaturen werden erledigt.

Ein bleibendes Erlebnis, welches am Abend noch durch die Übertragung der Formel 1 Qualifikation aus Monza im Fernsehen seinen Abschluss findet. Danach ist dann die Nachtruhe angesagt.


9. Tag

Das am Morgen des 9. Tages die Formel 1 zuerst auf dem Programm steht, war voraus zu sehen. Aus Monza wird ab 6:00 Uhr der Große Preis von Italien übertragen, der mit dem Sieg von Schumi endet. Nebenbei wird das Frühstück eingenommen und um 9:00 Uhr geht die Fahrt in Richtung Los Alamos los.

Um die Reise fortsetzen zu können, müssen die Motorräder auch mal getankt werden. Dies geschieht hier am Sonntagmorgen gleich nebenan am Hotel. In der ganzen morgendlichen Hektik wurden die Motorräder jedoch falsch betankt, und zwar mit Diesel.

Die jetzt dringend notwendige Maßnahme lautet abpumpen, aber wie? Aber wir sind ja in Amerika, hier wird gleich in einem Autoshop eine Pumpe gekauft und alle Maschinen werden per Hand leer gepumpt.

 

 

Der getankte Diesel wird an einen Privatfahrer abgegeben, der zufällig Kanister auf seinem Pickup hat. Der Rest wird dann noch an einen Truckfahrer verschenkt. Insgesamt sind das 30 Gallonen, also fast 100 Liter. Die Freude der Fahrer ist natürlich groß.

Die Panne ist dann schnell vergessen, denn es geht weiter durch Indianergebiet der Jicarilla- Apachen und der Southern Ute Indianer durch Landschaften von der Wüste bis hin zum grünen Land, vorbei am „Bandelier National Monument“ bei Cuba und in der Ferne die Berge von Durango im Staat Colorado.

Es soll dieser Tag der schwerste und längste werden, denn wir sind wieder in einer Höhe von über 2300 Meter und die Distanz beträgt heute 280 Meilen, was einer Länge von ca. 473,36 Kilometern entspricht.

Bei der Durchfahrt von Los Alamos haben wir die Gruppe verloren und sind mit dem VAN allein über die feuergeschädigten Berge in Richtung Durengo gefahren, in der Hoffnung auf unsere Biker zu stoßen, leider vergebens.

Lange Zeit haben wir gewartet und uns Sorgen gemacht. Es hätte ja irgend etwas passiert sein können. Ohne die State-Police in Anspruch zu nehmen, sind wir dann gegen 18:30 Uhr vor dem „Super 8 Motel“ alle wieder zusammen. Die eingeplanten 2 Ruhetage kommen nach der langen Tour gerade recht.


10. Tag


Natürlich wird der Ruhetag dazu genutzt, die Umgebung kennen zu lernen. Mit dem VAN geht es am Morgen in das 40 Meilen entfernte legendäre Silverstone. Eine Westernstadt alter Prägung mitten in den 3500 Meter hohen schneebedeckten Bergen, denn eine Woche vor unserem Besuch war hier um diese Jahreszeit ein Schneesturm nieder gegangen.

Bei der Anfahrt nach Silverstone begegnen wir in den Bergen auch dem alten Durengo-Silverstone-Express.

Wir sollen ihn einige Zeit später im Stadtinneren wiedersehen, denn auch hier ist der Bahnhof direkt auf der Hauptstraße, wie in Santa Fe.


In Silverstone selbst sind 90% der Häuser aus den Jahren von 1800 - 1910 im Originalzustand zu sehen,

selbst das alte Jail, das Gefängnis aus dem Jahr 1883 ist im Urzustand erhalten.

Lothar, Franz und Toni werden wegen Belästigung der Speisesaloons weggesperrt. Haben ständig Hunger. Die Kulisse in einem Westernfilm kann nicht schöner nachgestellt werden.


Nach dem Einkaufsbummel geht die Rückfahrt wieder über die Passstraße, die zeitweilig bis 45 Minuten wegen Sprengarbeiten für eine neue Straße gesperrt wird. Nach einem Besuch des Schwefelbades von Durango werden im Wal-Mart am Abend gegrillte Hähnchen eingekauft und auf den Zimmern verspeist. Lecker lecker!


11. Tag

Der „ Mesa Verde Nationalpark“ ist der erste Anlaufpunkt am heutigen Tag. Es beginnt gleich mit einem Rüffel einer Rangerin, die uns beobachtet hat, als wir im Halteverbot anhielten um unseren Kameramann auf den Sozius von Günthers Motorrad zum filmen umzuladen.

Wir werden ermahnt, die im Reservat bestimmten Haltepunkte zu beachten. Nach einer genauen Kontrolle der Führerscheine dürfen wir ohne Bestrafung unsere Fahrt in Richtung der Felsenwohnungen der Apazi-Indianer fortsetzen.

 

 

 

Von diesem Stamm lebt heute kein Nachfahre mehr, man weiß auch nicht, aus welchen Gründen sie ausgestorben sind.

 

 

 

 

 

 

 

Die Fahrt führt uns weiter zum Staatsmonument der vier Staaten New Mexico, Utah, Arizona und Colorado. Hier an diesem Punkt stoßen die vier Staaten zusammen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Er wurde mit einem Denkmal dokumentiert und bildet eine herrliche Fotokulisse. Dies wiederum bei Temperaturen um die 40° Grad und einer Höhe von 5000 Fuß.

Aber das Schlimmste soll erst noch kommen, denn auf dem Highway 160 geraten wir in einen richtigen Sandsturm, was keiner von uns für möglich hielt.

Nach kurzem Stopp entschließen wir uns jedoch weiter zu fahren, was eine richtige Entscheidung ist, denn nach wenigen Kilometern haben wir das Naturereignis hinter uns gelassen.

In der Anfahrt auf „Mexican Hat“, einem Felsengebilde, treffen wir auf zwei bayrische Ehepaare, die mit dem Campingmobil die gleiche Route in Richtung Page haben. Wir allerdings machen hier in einem Motel, welches direkt am Fels gebaut ist und am San Juan Fluss liegt, halt. Ein gutes Abendbrot nach dem anstrengenden Tag lässt uns dann bald zu Bett gehen, denn alle sind geschafft.


12. Tag

7:00 Uhr wecken, Frühstück und danach Abfahrt in den „Monument Valely Navajo Tribal Park“. Durch einen Navajo-Indianer wird uns das Valley mit einer 1 ½ Stunden Rundfahrt näher gebracht. Viele Felsen haben Formen und sind Legenden aus dem Leben und der Tierwelt. Erkennbar sind ein Häuptling, die Schwestern, der Elefant, das Krokodil und vieles andere. Unvorstellbare Landschaft - einfach gigantisch.

Im Valley tausche ich das erste mal meinen Platz im Auto mit Wolfgang, denn der hat Halsschmerzen und er bittet mich, sein Motorrad zu fahren. Kein Problem für mich, muss allerdings auch gleich mit einem weiteren Sandsturm in Kayenta vorlieb nehmen, und habe auf den ersten Meilen mit dem Sturzhelm zu tun, bis Lothar mit seinem Ersatzhelm aushilft.

Circa 100 Meilen haben wir noch bis Page in Arizona vor uns, ehe uns der „Glen Canyon“ in den Bann zieht. Die Fahrt führt uns sofort zum Stausee und wir sind ein weiteres Mal überrascht über die Ausmaße dieser Staumauer vor uns.

Die Edertalsperre erscheint da als kleines Spielzeug.

Das Motel „6“ ist ein neues Motel und liegt an der Peripherie von Page, wo auch große Stores angesiedelt sind. Unter anderem auch wieder ein Wal-Mart, der zum Einkauf genutzt wird. Ein China-Restaurante versorgt uns mit dem Abendbrot, was für Lothar durch ein Versehen kostenlos ausgeht. Nachtruhe ist gegen 22:00Uhr.


13. TAG

Da wir die Zeitzone überschritten haben, hätten wir am Morgen eine Stunde länger schlafen können. Wir merken erst nach dem Packen des Gepäcks, dass in den anderen Zimmern noch Ruhe herrscht, und stellen fest, dass alle noch schlafen.

Ein herrlicher Sonnenaufgang bei einer schönen Tasse Kaffee entschädigt uns jedoch und bald geht die Reise weiter nach Südwest.

Wir hatten in der Vergangenheit jedem Fahrer einen Namen gegeben, die aber nirgends festgehalten wurden .Dies geschieht hiermit, also: Günther wurde ab sofort Schwarze Feder gerufen, Bernd = Grüne Feder, Herbert = White sausage, Toni= Rabbit, Lothar = Iron Horse, Steffen= Harley Diesel, Rüdiger= Gas bone, Franz = Budweiser Movi Man, Achim = Eiserne Hand, Armin = Flinker Bill, Wolfgang = T-Bon-Steak. Somit ist gewährleistet, dass jeder seinen Tournamen hat.

Unser Weg führt uns weiter in den Bereich des Colorado Rivers. Wir überqueren dabei die Navajo Bridge in Richtung Jakobs Lake durch die Felsen des Kaibah Indian Reservates.

 

Hier sind in großen Abständen Anwesen der Indianer zu sehen.

Auf einer Höhe von 7850 Fuß treffen wir auf dem alten U.S. Highway 89 Alt North in Jacobs Lake ein. Erstaunlich schöner Wald präsentiert sich hier oben und wir legen ein 2. Frühstück ein. Dicker Baumbestand und herrliche Tannen stehen hier. Nach wenigen Meilen erreichen wir dann das Dorf Fredonia auf einer Höhe von 4558 Fuß über dem Meeresspiegel. Starker Seitenwind macht hier oben den Bikern zu schaffen, trotzdem geht es weiter dem Etappenziel, dem „Bryce Canyon National-Park“ entgegen.

Schwarze Feder bereitet uns im Vorfeld auf unsere Übernachtungsstätte vor, sagt uns, wir sollen uns von der Außenansicht nicht täuschen lassen. Wir sind tatsächlich enttäuscht, als wir in „Western Town“ ankommen.

 

Aber die ersten Schritte in den Salon zeigen uns das bisher Beste, was wir während der gesamten Tour an Unterkünfte kennen gelernt haben.

Das Abendessen wird in einer original eingerichteten Westernkneipe eingenommen, wo die Bedienung uns als deutsche Landsmännin begrüßt und sich freut, eine solche Truppe verwöhnen zu können. Sie stellt sich als „Vicky“ vor, kommt aus Nürnberg, ist seit 1997 in Utah um in erster Linie das Westernreiten zu lernen, da Sie früher eine klassische Reiterin war. Riesen–Steaks werden uns serviert, natürlich für den entsprechenden Preis. Um 22:00 Uhr ist dann auch dieser anstrengende Tag zu Ende.

 

 

 

 14. TAG

Da es uns in „Western Toun“ gut gefällt, bleiben wir einen Tag länger und fahren mit den Motorrädern in den „Bryse Canyon“ und erleben wieder eine der unglaublichsten Schönheiten der ganzen Region,

 

 

der Besuch des Bryse Museums eingeschlossen.

Am Nachmittag geht es dann in die Stadt, wo wir die Ausscheidung der jungen Westernreiter dieses gesamten Gebietes erleben. Über 200 Pferde werden von den Reiterinnen und Reitern im harten Ausscheid geritten.

Für Grüne Feder ist zwar der Tag wieder besonders schön, denn er kann wieder mit der „Road King“ fahren. Nach Abendbrot ist gegen 22:00 Uhr Nachtruhe angesetzt. Einige von uns bleiben noch in der Runde sitzen zum Pouw Wouw, während in Deutschland die Zeit 8 Stunden voraus ist.


15. TAG

Aufstehen am Morgen gegen 9:00 Uhr, Abfahrt um 10:00 Uhr. Es geht langsam dem Ziel Las Vegas entgegen, es sind noch 120 Meilen zu bewältigen. Grüne Feder hat wieder das Vergnügen, die „Road King“ zu steuern, da T-Bon-Steak wieder Halsweh hat. 40 Meilen sind gefahren und wir machen Halt in der Westernstadt Kanab, wo wir uns die alte erhaltene Stadt, aufgebaut als Museum anschauen und all die Habseligkeiten von der Schmiede bis hin zum Galgen bewundern.



Iron Horse (Lothar) haben wir wegen nicht Einhalten seines Körpergewichtes leider hängen müssen, und ihn später in den Sarg gelegt. Legendäre Schauspieler waren hier schon vor Ort und haben auch Spielfilme gedreht.

Weiter geht die Reise nach St.Georg mitten durch die Wüste von Arizona. Gegen 16:00 Uhr beenden wir die vorletzte Etappe in einem „6Motel“ mit Schwimmbad, da wir unterwegs wieder mit hohen Temperaturen zu kämpfen hatten.


16. TAG

Der letzte Tag beginnt mit einer mittleren Katastrophe, da Schwarze Feder seinen Schlüssel vom Motorrad verloren hat. Die ganze Truppe wartet auf das Suchergebnis, ehe es weiter auf die letzte Etappe geht.

Während Schwarze Feder und Rabbit auf Suche sind, verabschieden wir ein japanisches Mädel, welches ganz allein durch Amerika auf Ihrer mitgebrachten Harley, zugelassen in Tokio, reist.

Nach einem gemeinsamen Foto geht Ihre Fahrt durch die Wüste weiter.

Die Schlüsselsuche ist erfolglos und ab geht es in Richtung Las Vegas. Unterwegs verfahren wir uns. Bei der Suche nach der richtigen Strecke stoßen wir in einem Seitental auf eine Rodeoveranstaltung, wo das Einfangen von Rindern als Wettbewerb ausgeführt wird. Hier nehmen Ladys und Cowboys gleichberechtigt teil. Ein tolles Erlebnis. Das Härteste, was wir bisher erlebt haben, sollte uns jedoch noch bevorstehen.
Es beginnt mit dem Stopp durch einen Sheriff mit Blaulichtwagen wegen nicht Tragen des Schutzhelmes von Schwarzer Feder. Günthers Charme und die Tatsache, dass wir aus „Germany“ kommen, bewahren uns vor einer Strafe von 360 Dollar. Der Officer ist gnädig mit uns. Weiter geht es bei Temperaturen um die 40° – 50° Grad in der Sonne in Richtung „Lake Mead“, dem See, der durch den Hoover Damm gestaut wird.


Mitten in der Wüste steht ein großes Bootshaus mit den herrlichsten Booten der Anwohner von Las Vegas. Wir sind uns allerdings in der Gruppe nicht ganz einig über den Besuch des Sees. Besonders Eiserne Hand (Achim) wollte so schnell wie möglich das Etappenziel erreichen. Verständlich bei der Sonnenhitze.

Nach den letzten 23 Meilen unserer Rundfahrt erreichen wir schließlich Las Vegas, die Stadt in der Wüste. Wir fahren direkt zur Firma Eagle Rider, um die Maschinen unversehrt am Sonntagnachmittag abzugeben.



Anschließend werden wir mit dem Taxi zum Ausgangspunkt unserer Reise, dem Motel „Best Western“ gefahren, um für die letzten drei Tage einzuchecken. Wir sind alle froh, das Ziel gesund erreicht zu haben. Das kühle Bad und ein Gang an die Spielautomaten lassen die Strapazen des Tages schnell vergessen.


17. TAG

Zwei Tage zum Ausruhen sind angesagt, während der dritte Tag der Abreise gilt. Am Montag hat jeder Zeit, für sich Las Vegas zu entdecken. Rabbit (Toni) und Grüne Feder (Bernd) laufen zum „Stratosphären Turm“, dem Aussichtsturm der Superlative mit Achterbahn und Katapultbahn auf der Spitze, und genießen für 8 Dollar auf dem Turm einen einmaligen Rundblick über Las Vegas.

Die Höhe der Aussichtsplattform, die mit 4 super schnellen Fahrstühlen überwunden wird, ist einfach toll und lässt die Stadt unter uns einfach als Modell erscheinen. Die anderen der Gruppe haben sich mit dem Bus in die Stadtmitte fahren lassen.
 


Der Abend gehört dann der Innenstadt von Vegas mit seinem Lichtermeer und der Technik. Das Wasserspiel mit seinen Fontänen, die sich nach modernen Melodien bewegen und Figuren in die Luft malen, sind wohl das beste Beispiel, was man mit Technik alles erreichen kann.

 

 


Schnell vergeht die Zeit und pflastermüde kehren wir ins Motel zurück


18. TAG

Nach dem Frühstück fahren wir alle zum Outlett-Einkaufszentrum, um die letzten Dollar umzusetzen. Eine riesige Einkaufswelt mit allen Bereichen der Bekleidungs- und Lederwarenindustrie am Rande der Stadt. Der Einkauf wird in dem auf Normaltemperatur gekühlten Center beendet und zurück geht es in das Schwimmbad des Motels und zum Freibier,

 

welches von Zeit zu Zeit spendiert wird. Zum Koffer packen wird dann der Rest des Abends genutzt.



19. TAG

Abreise mit dem Hotel eigenen Bus zum Flughafen Las Vegas.

 

Die Abfertigung erfolgt mit Hindernissen, weil Budweiser Movi Man (Franz) seinen eleganten Alukoffer überladen hat. Der Flug geht dann nach Washington DC, wo wir ohne großen Aufenthalt in den Flieger von United Airlines, eine 777 Boeing einsteigen,

 

um am nächsten Mittag mit einigen Flugstrapazen wieder in Frankfurt zu landen.

Der Empfang unseres Reisegepäcks geht schnell und der Umstieg in die S-Bahn und den Regionalzug nach Wabern ist schnell vollzogen. Zu Hause muss ich dann feststellen, dass mein teurer Fotoapparat fehlt und beim Umsteigen verlustig ging.

Ein letztes mal wird Günther in Anspruch genommen. Es wird ein Fax zu der Fraport Frankfurt zum Fundbüro gesendet. Wir haben tatsächlich Erfolg, denn 4 Tage später ist auch das letzte Hindernis genommen, der Fotoapparat ist wieder da.

Bleibt am Schluss zu vermerken: die Vorbereitung, Organisation und Durchführung der Reise, verbunden mit viel Nerven, war ein Glanzstück, welches wir dem Rocky-Reiseleiter Günther - genannt Schwarze Feder - zu verdanken haben.

Vielen Dank


B.K.


















 

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